Unfotogen – ein Wort, das es eigentlich nicht gibt!

Es gibt einen Satz, den höre ich wirklich oft: „Ich bin unfotogen …!“ Dabei gibt es das Wort im Duden gar nicht. Viele Frauen glauben, fotogen zu sein bekommt man in die Wiege gelegt. Es stimmt, es gibt Menschen, die können sich vor der Kamera gut in Szene setzen. Manche können das intuitiv, andere müssen dafür üben. Das ist die gute Nachricht: Fotogenität lässt sich lernen. In diesem Artikel erkläre ich dir, was unfotogen sein wirklich bedeutet – und warum du dich trotzdem fotografieren lassen solltest.

Inhalt

Was heißt eigentlich unfotogen sein?

Ich glaube, das hat jeder schon erlebt: Du siehst ein Foto von dir, vielleicht von der letzten Sommerparty, und denkst: „Auweia! Wie sehe ich denn aus?!“ Ein Gedanke nagt an dir: „Sehe ich gar nicht so aus, wie ich immer dachte? Sehen andere mich auch so?“ Und weil du dich auf dem Foto nicht schön findest, drehst du dich weg, wenn das nächste Mal jemand mit einer Kamera auftaucht. Schließlich willst du nicht nochmal vor Augen gehalten bekommen, wie „schrecklich“ du aussiehst.

Ich sage dir: Das ist falsch. Nur, weil du auf ein paar Bildern nicht gut aussiehst, heißt das nicht, dass du unfotogen bist. Und über dein Aussehen sagt das auch nichts aus. Es bedeutet nur:

  • Die Fotografen waren schlecht.
  • Du bist ungeübt vor der Kamera.
  • Du fühlst dich ein bisschen unwohl in deinem Körper.
  • Du traust dich nicht, du selbst zu sein.

Das alles kannst du ändern.

Fünf Gründe, warum du dich für unfotogen hältst

Grund 1: Nicht jeder kann gut fotografieren

Die meisten Fotos, auf denen du dir nicht gefällst, sind wahrscheinlich Schnappschüsse, also nicht von einem Fotografen: Kollegen oder Freunde haben bei einer Party oder im Urlaub einfach draufgehalten, ohne dich zu fragen oder vorzuwarnen. Viele dieser Fotos sind als Porträt gesehen schlecht. Niemand hat darauf geachtet, ob du gerade kaust, die Augen schließt, unvorteilhaft sitzt oder stehst. Nicht jeder, der fotografiert, hat ein gutes Auge für so etwas. Isso.

Du hast schlechte Erfahrungen gemacht. Diese schlechten Fotos von dir kränken dich und dein Selbstbewusstsein. Deswegen fällt es dir extrem schwer, jemandem zu vertrauen, der dir eine Kamera vors Gesicht hält.

Grund 2: Du kennst vor allem dein Spiegelbild

Porträt: speigelverkehrt und asymmetrisch

Du bist es gewohnt, dich vor allem im Spiegel zu sehen, also spiegelverkehrt. Siehst du dich auf einem Foto „richtig herum“, ist das ungewohnt. Würdest du das Foto spiegeln, sieht es für dich viel normaler aus.

Zudem siehst du dich oft leicht von oben, wenn du dich im Spiegel betrachtest. Dadurch wirkst du immer ein bisschen schlanker. Überhaupt scheint unser Gehirn beim Blick in den Spiegel Makel oft auszublenden. Wie asymmetrisch du eigentlich bist, fällt dir dabei nicht auf. Auf einem Foto sticht es dir sofort ins Auge. Und schön findest du das nicht! 

Schau dich öfter mal „richtig herum“ an! Dazu stellst du dich mit einem Handspiegel vor den großen Spiegel. Und jetzt schaust du dich durch den Handspiegel im großen Spiegel an. Schon bist du nicht mehr spiegelverkehrt.

Grund 3: Du konzentrierst dich auf Makel

„Diese Augenringe!“, „Oh Mann, meine Nase ist so krumm!“ Fallen dir deine Makel auch immer als Erstes auf? Du suchst danach? Stimmt´s? Ich sag dir was: Die siehst nur du. Einen anderen müsstest du schon darauf aufmerksam machen.

Glaubst du nicht? Ich beweis es dir: Es ist genauso wie mit dem Logo von FedEx. Zwischen dem zweiten E und dem X ist ein Pfeil versteckt. Wenn du den Pfeil noch nie gesehen hast, wird er dir nicht auffallen. Hast du ihn aber einmal entdeckt, wirst du nie mehr in der Lage sein, ihn nicht zu sehen. So ist das mit deinen Makeln.

Außerdem nimmst du dich selbst ganz anders wahr, als es deine Umgebung tut. Es ist wie mit der Stimme, die einem so fremd vorkommt, wenn man sie in einer Sprachnachricht hört. Für andere hört sich das einfach an wie du. Deshalb finden wir andere auf Fotos meist nicht schlecht getroffen. Höchstens witzig, wenn die Augen auf halb acht sind. Und andere verstehen nicht, was du jetzt an deinem Foto auszusetzen hast. Sie kennen dich „normal“: von außen, dreidimensional und finden nichts dabei, eine Facette von dir auf einem Foto zu sehen. Keiner wird denken: „Oh, sie hat aber unterschiedlich große Augen.“ Oder: „Mann, da sieht man aber die Kopfhaut durch.“ Das sind nur Dinge, die du siehst.

Grund 4: Du siehst Emotionen

Beim Betrachten eines Fotos schießen sofort Erinnerungen in den Kopf. Oft können wir uns genau an die Umstände, Stimmungen und Gefühle erinnern, als das Foto aufgenommen wurde. Manchmal sogar an einen Geruch.

Du betrachtest dich auf dem Foto nicht nur objektiv, sondern siehst dich im Kontext deiner Emotion. Warst du traurig, müde oder gestresst, wirst du das auf dem Foto auch sehen – obwohl du tatsächlich super aussiehst auf dem Bild. Umgekehrt können völlig misslungene Fotos wunderbare Gefühle bei dir auslösen, weil sie zum Beispiel aufgenommen wurden, als du glücklich verliebt oder im Urlaub warst.

Grund 5: Du weißt nicht, wie du posen sollst

Bekommst du nicht mit, dass du fotografiert wirst, stört es dich oft nicht. Wenn dann zufällig ein gutes Porträt entsteht, freust du dich: „Hey, ganz natürlich! Toll!“

Wenn du aber merkst, dass jemand die Kamera auf dich richtet, wirst du unruhig. Du weißt nicht, was du tun sollst: Posen? Wohin mit den Händen? In die Kamera gucken? Lächeln?

Posing liegt uns nicht. Das fühlt sich unnatürlich an. Warum eigentlich?

Wir vergleichen uns mit Models. Doch selbst Models sind nicht von Natur aus fotogen. Sie wissen nur, wie sie posen müssen. Das trainieren sie teils jahrelang. Sie spielen dafür sozusagen eine Rolle. Das sollst du bei einem Porträt eben nicht. Das Einzige, was du dafür können musst: du selbst sein, also authentisch sein.

Zu vorteilhaften Körperhaltungen habe ich diesen Artikel geschrieben.

Warum fällt es uns so schwer, authentisch zu sein?

Es gibt viele Gründe, nicht authentisch zu sein. Der Hauptgrund ist sicher die Angst davor, jemanden zu verletzen, abgelehnt oder enttäuscht zu werden. Das sind oft Ängste, die wir aus unserer Kindheit mitgenommen haben: Viele unserer Verhaltensmuster wurden durch Ablehnung oder Zustimmung der engsten Bezugspersonen geprägt. Sie sind uns oft nicht bewusst. Sie fühlen sich normal und richtig an.

Wer sich dessen bewusst wird, hat die erste Hürde auf dem Weg zum Authentischsein genommen. Die nächste ist: sich so zu akzeptieren, wie man wirklich ist. Denn dann gibt es keinen Grund mehr, sich zu verstellen. Das ist gar nicht so einfach. Ich weiß. Vielleicht hilft es dir, einen Persönlichkeitstest zu machen. Das ist wirklich erhellend.

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Unfotogen? Warum du dich trotzdem fotografieren lassen solltest!

Kennst du das? Du betrachtest alte Fotos von dir, und plötzlich erinnerst du dich an Dinge, die du längst vergessen hattest. Nicht nur an eine bestimmte Zeit oder einen bestimmten Ort, sondern auch an ein Gefühl. Es wäre doch schade, in Zukunft darauf zu verzichten, nur weil du meinst, deine Hüfte wirkt auf Fotos zu breit oder deine Nase zu groß.

Auch wenn du dich nicht wohl fühlst und weißt, du bist nicht in Topform: Lass dich trotzdem fotografieren! Wenn du dir das Bild in zehn Jahren ansiehst, wirst du feststellen: „Ganz passabel, sah doch richtig gut aus.“ Oder: „Was ich seitdem aus mir gemacht habe! Toll!“

Stell dir vor, du könnest dich schon heute mit dieser Freude, Liebe und Nachsicht betrachten. Ein schönes Foto von dir, das du gern zeigst, kann der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen dir und deinem Äußeren sein.

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