NADJA SCHÜLLER-OST, KÜNSTLERIN
Mein Atelier ist mein privatester Raum
Da lass ich nicht jeden rein
Sie selbst bezeichnet sich als Kunst-Rebellin aus Berlin. Die Stadt ist ihre „urbane Zündquelle“. An einer Kunsthochschule hat sie nicht studiert, und der Kunstmarkt mit seinen Regeln passte nicht zu der Art, wie sie sich entwickeln wollte. Also ist sie ihren eigenen Weg gegangen. „Ich bin eine, die durch sich selbst geht“, sagt sie. Eine außergewöhnliche Künstlerin.
VORHER
Die Hürde war die des Vertrauens
Ein Atelier ist ein ganz besonderer Raum. Ich erinnere mich: Das Atelier meines Vaters war für uns und andere tabu. Als Kind verstand ich das nicht. Aber heute ist mir bewusst, warum ein Atelier nicht jedermann offensteht.
Es ist ein Rückzugsort, hier wird gedacht, ausprobiert, gesammelt. Hier sind Prozesse im Gange, Werke entstehen, oft über lange Zeiträume mit Pausen dazwischen. Meist sieht es chaotisch aus – zumindest für Außenstehende. Was dort an der Wand lehnt, ist oft noch nicht fertig. Nichts für fremde Augen. Ein Atelier ist keine Galerie. In der Ausstellung hat die Künstlerin entschieden, was zu sehen ist. Im Atelier entscheidet das der Blick der anderen. Wer in diesem Moment in der Tür steht, sieht nicht das Werk, sondern den Weg dorthin. Mit allem, was dabei schiefgeht.
Und dann kommt jemand mit einer Kamera. Jemand, der sich nicht nur umsieht, sondern festhält. Ein Foto lässt sich nicht übermalen.
Umso mehr habe ich mich über Nadjas Vertrauen gefreut, als sie mich zu sich einlud, Fotos von ihr für die neue Website zu machen. Auf Instagram zeigt sie sich längst selbst, in Videos, die sie selbst dreht. Für die Website brauchte sie etwas anderes: Bilder, die ihrem Selbstverständnis gerecht werden.
SO HABEN WIR UNSER SHOOTING GEPLANT
„In meiner Welt ist Kunst Rebellion und Schönheit. Ich liebe diesen Kontrast."
Unser erstes Treffen fand in ihrem Atelier in ihrer Berliner Altbauwohnung im Prenzlauer Berg statt. Wenn man sie betritt, hat man den Eindruck, in eine Galerie einzutreten: Jede Wand, wenn nicht mit Bücherregalen gefüllt, ist mit den wunderbar farbigen Arbeiten Nadjas bedeckt. Ein ganzes Zimmer hat sie der kleinen Wohnung für ihre Passion abgetrotzt. Man spürt ihre Leidenschaft in jeder Ecke. Die Wohnung hat eine ganz besondere Atmosphäre, die von Nadjas Bildern geprägt ist.
Als Nadja in ihrer Sabbatical-Zeit ein Atelier angemietet hat, hat sie mich ein zweites Mal eingeladen, sie in ihrem Prozess für einen Tag zu begleiten.
Nadjas Marke lebt vom Gegensatz aus Rebellion und Schönheit mit farbintensiver, dynamischer Kunst, satirischem Realismus und zugleich zarteren Aquarellen und Skizzen.
Ihre Fotos sollten deshalb nicht nur zeigen, wie sie aussieht, sondern wie sie arbeitet und wer sie als Künstlerin ist: klar, energiegeladen, eigensinnig und gleichzeitig ästhetisch. Die Bilder verbinden ihre Person mit Atelier, Werken und Arbeitsprozess und machen sichtbar, dass ihre Kunst und ihre Haltung untrennbar zusammengehören.
WIE UNSERE SHOOTINGS ABLIEFEN
Details, Hände im Prozess, Porträts
Tatsächlich haben wir in unseren Gesprächen vor dem Shooting gar nicht so viel geplant. Ich war mir sicher, wir finden unsere Motive.
In einem Raum ergeben sie sich für mich oft mit der natürlichen Lichtsituation und dem Platz bzw. dem Abstand, den ich habe.
Als Nadja mich einließ, habe ich mich zuerst umgesehen und habe den Raum auf mich wirken lassen. Habe Details wahrgenommen, erste Bilder davon gemacht. Ich hatte ihre Erlaubnis dazu. Es ist auch immer so, dass ich kein einziges Bild ohne Zustimmung veröffentlichen würde.
Nadja setzte sich an ihre Staffelei und begann zu arbeiten. Später griff sie zu einem Skizzenbuch, setzte sich an den Tisch und ergänzte Zeichnungen. Wir waren im Gespräch, während ich die Kamera auslöste. Sie zeigte mir Werke, die ich ablichtete. Mit ihr und auch ohne sie. Sie ließ mich in ihre ganz eigene Welt schauen.
Und natürlich haben wir Porträts gemacht, im Raum und auch draußen.
WAS DIE FOTOS AUF NADJAS WEBSITE TUN
Die Fotos transportieren genau den Spannungsbogen, den auch Nadjas Kunst trägt: Kraft und Schönheit, Direktheit und Ästhetik, Rebellion und Konzentration.
1. Sie zeigen Energie statt Zurückhaltung.
Nadja beschreibt sich selbst als klar, dynamisch und energiegeladen. Genau deshalb funktionieren Bilder von ihr nicht, wenn sie zu brav, zu glatt oder zu „Businessporträt“ wären. Ihre Bildwelt braucht Präsenz, Bewegung, Ausdruck und eine gewisse Unangepasstheit.
2. Sie machen den Kontrast ihrer Kunst sichtbar.
Ihre Marke lebt davon, dass Rebellion und Schönheit gleichzeitig vorkommen. Die Fotos können deshalb beides zeigen: kraftvolle, direkte Porträts und gleichzeitig ruhige, ästhetische Situationen im Atelier. Dieser Kontrast ist kein Widerspruch, sondern gerade das Wesen ihrer künstlerischen Arbeit.
3. Sie verankern sie sichtbar in ihrer Arbeit.
Atelier, Materialien, Werke und Arbeitsprozesse machen klar: Hier steht nicht nur „eine kreative Frau“ vor der Kamera, sondern eine Künstlerin mit eigener Bildwelt, eigener Technik und eigener Haltung. Das unterstützt ihre starke Selbstbeschreibung als autarke, selbstbestimmte Rebellin.
4. Sie machen ihre Persönlichkeit glaubwürdig.
Nadja schreibt sehr direkt, witzig, eigensinnig und teilweise provokant. Die Fotos müssen diese Persönlichkeit mittragen. Zu glatte, kontrollierte Bilder würden dagegen arbeiten. Gute Bilder von ihr dürfen deshalb etwas frecher, lebendiger und unmittelbarer sein.
NADJAS FAZIT
Eine großartige Erfahrung
„Philine Bach hat mich in meinem Atelier fotografiert. Ich bin Malerin und gewähre nur ausgewählten Menschen Zutritt zu meinem Atelier. Philine ist eine von ihnen. Ihre klare und zugleich sensible Art, mich und meine Bilder einzufangen, ist für mich eine großartige Erfahrung gewesen. Ideenreich arbeitet sie fokussiert mit ihrer Kamera mit einem großen Gespür für kreative Frauen und deren eigene Visionen. Und ihr innerer Auftrag, Frauen mit ihren wunderbaren Fotos zu supporten, leuchtet und strahlt zu jeder Zeit ihres Schaffens. Mit diesen besonderen Fotos kann ich auf meiner Webseite und auf meinen Social-Media-Kanälen nun wunderbar agieren und habe dabei immer das Gefühl, dass diese Fotos meine Persönlichkeit und meine Kunst stark unterstützen. Vielen Dank, liebe Philine, du setzt neue Maßstäbe!“
UND DU?
Wenn dein Atelier auch nicht für jeden offen ist
Vielleicht geht es dir wie Nadja: Deine Arbeit darf gesehen werden, dein Atelier nicht unbedingt. Dann lass uns erst einmal reden, ganz ohne Kamera. Du erzählst mir, wofür du die Bilder brauchst und was in deinem Atelier niemand anfassen soll. Ich erzähle dir, wie ich arbeite. Danach entscheidest du in Ruhe, ob du mich hereinlässt.